Abschied von Vladivostok

Hier sind noch schnell ein paar Fotos vom Ablegen in Vladivostok, bevor wir den Bereich des russischen Handynetzes verlassen. Wlan gibt es an Bord nämlich tatsächlich nicht.

P.S. Norbert hat seine Kreditkarte zurück bekommen, und die Sonne schaut auch wieder zwischen den Wolken hervor – einer angenehmen Überfahrt steht also nichts mehr im Weg  😎.

 

Noch ein Tag in Vladivostok

Der Tag fängt gut an. Bei strahlendem Sonnenschein und einer tollen Aussicht auf die Bucht frühstücken wir auf unserer Terrasse.

Dann allerdings gibt es Ärger. Ein Geldautomat schluckt Norberts Kreditkarte und spuckt sie nicht wieder aus. Hoffentlich kann er sie – wie ihm am Telefon zugesagt wurde – tatsächlich morgen früh bei der Bank abholen.

 

Mit einem Taxi fahren wir zum Eagles Nest, einer Aussichtsplattform mit einem tollen Blick über die Stadt. Die letzten Höhenmeter legt man mit einer Standseilbahn zurück.

 

Mit den „Öffis“ (Linienbussen) fahren wir danach ans andere Ende von Vladivostok, an die Südspitze zum Tokarevskiy Leuchtturm. Hier lassen wir uns den Wind um die Nase wehen.

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Das Wetter wechselt heute sehr schnell, und vor heftigem Regen und Sturm retten wir uns gerade noch in ein Strandlokal.

Wann der nächste Blogbeitrag kommt, kann ich nicht sagen. Von morgen bis Freitag sind wir auf der Fähre – ich weiß nicht, ob es dort Wlan oder etwas in der Art gibt 😏.

 

 

 

 

Vladivostok

Vladivostok präsentiert sich uns als boomende, aufsteigende, junge Stadt. Allenfalls auf den Märkten, an den kleinen Verkaufsständen an den Straßen und in den Kirchen nimmt man noch etwas von dem wahr, was der „gemeine“ Mitteleuropäer sich unter Rußland oder Sibirien vorstellt.

Monumente der ehemaligen UdSSR dienen allenfalls den Touristen als Hintergrund für‘s Foto und den Tauben als guter Landeplatz.

Die Stadt hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Zu Zeiten der Sowjetunion war sie der wichtigste Stützpunkt der Pazifikflotte und sowohl für Sowjetbürger als auch für Ausländer geschlossen. Auch heute noch sieht man viele Kriegsschiffe im Hafen.

Nach der Wende verlor Vladivostok an Bedeutung, und es drohte der wirtschaftliche Ruin. Mittlerweile wird die Stadt wieder von Moskau unterstützt, und der Aufschwung ist überall zu sehen.

Der Verkehr ist dicht und in der Rushhour eher undurchdringlich, aber insgesamt äußerst fußgängerfreundlich. Man kommt bei jedem Zebrastreifen absolut sicher über die Straße. Für die Autofahrer ist es eine Selbstverständlichkeit anzuhalten.

Es haben sich internationale Läden angesiedelt, teilweise in wunderschönen alten Bauten, und man findet „Markenklamotten“ aus aller Welt.

Es gibt viele Kneipen und Restaurants, oft sehr interessant gestaltet und auch mit ausgesprochen guter Küche. Wir waren bisher in jedem Fall sehr zufrieden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Und wenn man die russischen Speisekarten nicht lesen kann, fotografiert man sie und lässt sie von Google übersetzen .Manches liest sich schon sehr abenteuerlich, aber letzten Endes haben wir immer das bekommen, was wir wollten – oder zumindest etwas ähnliches.

Morgen sind wir noch einen Tag in Vladivostok, und am Mittwoch gehen wir dann auf die Fähre nach Japan. Die „Eastern Dream“ liegt bereits jetzt am Kai und wird für die Überfahrt hergerichtet.

Und hier sind noch ein paar Eindrücke von unserer Unterkunft in Vladivostok:

 

 

 

Transsib Tag 4

Am frühen Morgen erreichen wir den nördlichsten Streckenabschnitt auf unserer Reise. In Skovorodino teilt sich die Bahnstrecke, und ein Teil führt nach Norden, nach Jakutsk. Wir fahren weiter nach Osten. Am Amur entlang umrunden wir die Mandschurei, immer ganz nah an der chinesischen Grenze. In Chaborovsk führt die Bahnlinie dann wieder nach Süden, nach Vladivostok, wo wir morgen früh ankommen werden. Heute ist also unser letzter Tag im Zug.

Nun sind wir schon über 8.000 km östlich von Moskau, d.h. ca. 10.000 km östlich von Berlin. Die Landschaft ist nicht so abwechslungsreich – grüne Felder mit lockerem Baumbestand, in erster Linie Birken und Nadelgehölze, manchmal auch eine Viehweide. In den Dörfern hat jedes Haus ein Stück Ackerland, wo jetzt gerade Kartoffeln gepflanzt werden.

Viele Häuser haben auch mindestens eine Satellitenschüssel, und im Umkreis der Städte und Dörfer gibt es immer ein Handynetz, häufig sogar in LTE-Qualität. Sonst hätte es ja auch keine Blogbeiträge gegeben 😉.

… aber eine geordnete Müllabfuhr gibt es offensichtlich nicht, die Leute werfen ihre Abfälle einfach über den Zaun.

Auch wenn sich das nicht so spannend anhört, ist die Bahnfahrt keineswegs langweilig. Die Zeit vergeht mit schauen, fotografieren und lesen erstaunlich schnell. Und es ist jedes Mal wieder aufregend, wenn wir auf der Karte sehen, wo wir uns gerade befinden.

Im Moment bewegen wir uns am Rand des Permafrost-Bereiches, der Gegend, in der auch im Sommer die Böden nicht ganz auftauen. Jetzt im Frühjahr sind weite Teile des Landes sumpfig oder auch überschwemmt, und in der Tiefe bleibt der Boden gefroren. Hier ist eine der fruchtbarsten Regionen Rußlands.

Der Zug ist ganz passabel ausgestattet, es gibt eine Dusche – zwei Waggons weiter und gegen extra Bezahlung. Man kann auch nicht gerade sagen, sie sei besonders luxuriös, aber es gibt warmes Wasser. Und es gibt Steckdosen, sogar in den Abteilen, an denen ein Föhn funktioniert. Das Trockenshampoo, das ich vorsorglich mitgenommen habe, kann also in den Müll.

Zum Frühstück und Abendessen gehen wir in den Speisewagen, das Essen ist halbwegs ordentlich, wenn man keine überzogenen Ansprüche hat. Im Preis inbegriffen war es aber nur für den ersten Abend. Bei den nächsten Malen mussten wir bezahlen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

… an diesem Gang haben wir übrigens in den letzten Tagen gewohnt:

Transsib Tag 3

Der Tag fängt ruhig an. Als ich gegen 5.00 Uhr aufwache, steht der Zug – mitten auf der Strecke, ein Bahnhof ist nicht in Sicht. Und er steht hier ca. zwei Stunden. Es gibt technische Probleme, sagt man uns. Wir haben also schlicht und ergreifend eine Panne. Nur gut, dass wir es nicht eilig haben 😉.

Reparaturtrupps rücken an, und dann geht es auch weiter, ganz langsam zunächst und mit viel Geruckel, aber irgendwann läuft es auch wieder rund.

 

Wir sind mittlerweile an Chita vorbei und fahren entlang der Shilka, die hier (sehr schnell übrigens) durch grüne, feuchte Landschaft fließt. Weiter nördlich, nach dem Zusammenfluss mit dem Argun wird sie übrigens dann zum Amur. Aber soweit sind wir noch nicht.

Es gibt immer wieder Interessantes zu sehen, und in den Dörfern an der Strecke versteckt sich so manches bauliche Kleinod.

Auf der gesamten Strecke begegnen uns immer wieder lange Güterzüge mit Ladungen unterschiedlichster Art. Hier wird noch sehr viel Güterverkehr über die Schiene abgewickelt.

Einen Stopp in Chernyshevsk-Zabajkal’skij nutzen Ulrich und Norbert zum Fensterputzen. Danach werden dann unsere Fotos noch besser!

… und so sieht übrigens unser Speisewagen aus:

 

Transsib Tag 2

 

Heute früh sind wir in Irkutsk angekommen, ein Fünftel der Strecke liegt hinter uns. Hier steigen einige Reisende aus und neue kommen hinzu, und die Post wird ein- und ausgeladen.

Auch in unserem Waggon werden zwei oder drei Abteile neu belegt. In diesem Waggon mit der Nummer 3 sind insgesamt neun 1. Klasse Abteile untergebracht, in jedem davon gibt es nur zwei Betten.

In der zweiten Klasse sind in jedem Abteil vier Betten, und in der dritten Klasse sind die Abteile offen, und es gibt zusätzlich Betten längst des Ganges. Dagegen haben wir es richtig komfortabel  – auch wenn die Toiletten schicker sein könnten. Duschen gibt es auch lange nicht in jedem Waggon, und darüber hinaus sind sie verschlossen, man muss wohl extra zahlen, wenn man sie benutzen will.

Aber es gibt einen Speisewagen, und wie wir gestern erfahren haben, ist das Abendessen im Reisepreis enthalten – das schont unsere Bargeldbestände.

Nach dem Frühstück sind wir schon bald am Baikalsee, und einige hundert Kilometer folgen wir nun seinem Südufer, links der See, rechts der Trans-Baikal-Highway, und im Hintergrund  die schneebedeckten Ausläufer des Sajan Gebirges. Mit solch einer Aussicht lässt sich gut reisen.

Im Baikalsee gibt es Fische, die sonst nirgendwo vorkommen, der berühmteste ist der Omul‘. Er soll sehr gut schmecken – und wenn die Fischbude geöffnet hätte, hätten wir welchen kaufen können.

Nachmittags gegen drei sind wir in Ulan Ude. Wir haben den weiter nach Norden verlaufenden Baikalsee gen Osten verlassen und sind nun in der Provinz Burjatien.

Wir fahren „mit“ der Uhr, seit Krasnojarsk mussten wir sie schon zweimal um eine Stunde vorstellen. Deutschland sind wir mittlerweile um sieben Stunden voraus.

Übrigens sind die Bahnübergänge hier alle doppelt gesichert, damit auch ja keiner auf die Idee kommt, durch die geschlossene Schranke zu fahren 🥴.