15.05. – Schnabeltiere und Tropischer Regenwald

Im Eungella National Park können wir eintauchen in dichten tropischen Regenwald. Die Pflanzenvielfalt ist faszinierend! Riesige Bäume, Palmen und Baumfarne bilden ein dichtes Blätterdach, das die Sonne nur an wenigen Stellen durchdringt. Schlingpflanzen kriechen an den Stämmen empor, und eine Vielzahl von Epiphyten benutzen die hohen Bäume, um auch etwas vom Licht abzubekommen.

Und am Broken River haben wir gestern Schnabeltiere gesehen, diese von der Evolution vergessene Spezies, die Eier legt und trotzdem ihre Jungen säugt.

13.05. – Auf den Spuren von James Cook

Nachdem wir gestern in Brisbane waren, haben wir uns nun weiter gen Norden bewegt. Die Vegetation wird tropischer und die Blütenpracht in den Gärten wirkt manchmal schon fast unnatürlich. Hier wachsen Bananen, Ananas und so manche uns unbekannte Früchte.

Riesige Zuckerrohrfelder säumen die Straßen. Aus den faserigen Pflanzen kann man den süßen Saft herauskauen.

Heute morgen waren wir im Great Sandy Beach National Park. Hier mischt sich die rote australische Erde mit dem weißen Sand der Dünen, und aus dem  niedrigen Buschland ragen locker gestreut Eukalypten hervor – wunderschön.

… und in The Town of 1770 hatten wir einmal mehr fantastische Ausblicke auf den Pazifik. Hier ist er noch rauh und wild, während weiter nördlich die Küste vom Great Barrier Reef gegen das offene Meer abgeschirmt wird.

P.S. Die Stadt heißt übrigens so, weil am 24. Mai 1770 James Cook an dieser Stelle zum ersten Mal den Boden von Queensland betreten hat.

Wir beschließen den Tag mit einem Strandspaziergang in Tannum Sands.

Weitere spannende Frage: Welche von den abermillionen Sternen, die wir sehen, bilden das berühmte Kreuz des Südens?

10.05. – Langsam nähern wir uns den Tropen

Mittlerweile sind wir in Nambucca Heads angekommen, etwa auf der Hälfte der Strecke zwischen Sydney und Brisbane. Es ist jetzt 21.45 Uhr und ich sitze mit dem Laptop draußen und höre hinter mir das Meer rauschen. Morgen früh werden wir noch an den Strand gehen. Heute, als wir angekommen sind, war es schon zu dunkel.

Heute morgen hatten wir einen wunderschönen Spaziergang. Die Koalas, die wir gesucht haben, haben wir zwar nicht gefunden, aber dafür wieder viele Sittiche, exotische Tauben und Lachende Hansen (Was ist der Plural von Lachender Hans?). Allein die Geräuschkulisse war schon toll.

09.05. – Bilderbuchaustralien

Entlang des Wollemi Nationalparks fahren wir weiter nach Nordosten. Das Landschaftsbild hat sich verändert, die Landschaftsfarbe hat von sattem Grün gewechselt zu ausgebleichtem Gelbgrün je weiter wir nach Norden kommen. Die Umgebung ist geprägt von riesigen, hügeligen Weideflächen mit kilometerlangen Zäunen. Von den Farmen sieht man zumeist nur die imposanten Einfahrten.

Auch das Wildlife beschränkt sich nicht auf die toten Tiere, die man hier leider überall findet. Nein, gleich zu Anfang der Strecke hüpfen zwei ausgewachsene Kängurus mit unserem Auto um die Wette.

Und abends genießen wir den Strand in Port Stephens!

Spannende Fragen

In Down-Under ist alles anders, und einige spannende Fragen gehen mir durch den Kopf:

Geht in Australien die Sonne im Westen oder im Osten auf? – Wir haben nachgeschaut: Sie geht genau wie zu Hause im Osten auf und im Westen unter.

Steht sie mittags im Norden (gen Äquator) oder im Süden? – Noch ungeklärt!

Zeigt die Kompassnadel nach Norden oder nach Süden? – Sie zeigt nach Norden (Langweilig, auch genau wie zu Hause.)

Ist der abnehmende Mond nach links oder nach rechts offen? – Er ist nach links offen. Endlich einmal etwas, dass anders ist als zu Hause!

Gibt es jenseits des südlichen Wendekreises auch Mitternachtssonne und Polarnacht? – So weit kommen wir leider nicht.

08.05. – Blue Mountains

Vorgestern sind wir vom Wilson’s Promontory National Park zunächst noch nach Melbourne gefahren und haben dort eine schnelle Stadtrundfahrt gemacht (selbstorganisiert, im eigenen Auto). Eigentlich hatten wir geplant, von hier aus noch weiter nach Westen zur Great Ocean Road zu fahren. Das haben wir nun schweren Herzens gestrichen, der Preis wäre 2-3 zusätzliche Tage endloses Fahren gewesen.

Also haben wir uns auf den Rückweg nach Nordosten gemacht. Wir sind über den Hume Highway gefahren, die wohl schnellste Verbindung. Einen kurzen Abstecher haben wir aber noch in die australischen Alpen gemacht. Hier ist es schon sehr herbstlich.

Ansonsten sieht es teilweise aus wie in Bayern und die Bäckerei heißt Edelweiß-Bakery.

Nachdem wir in den letzten beiden Tagen also wieder viel gefahren sind, ist heute wandern im Nationalpark angesagt. Wir planen einen Outdoor-Tag in den Blue Mountains.  Hier gibt es Millionen von Eukalyptusbäumen, die gut sichtbar in einer blauen Wolke ihre ätherischen Öle an die Umgebung abgeben.

Leider bleibt es weitgehend bei dem Vorsatz. Wir haben etwas Probleme, einen Zugang zum Parkinneren zu finden und bleiben auf der viel befahrenen und von Baustellen gesäumten Durchgangsstrasse hängen. Am Nachmittag gelingt es uns aber dann doch noch, einen kurzen Trail zu laufen und die Ruhe zwischen den Eukalyptusbäumen zu genießen, die nur ab und an durch das Geschrei einiger Sittiche unterbrochen wird.

05.05. – Wilson’s Prom

Der Wilsons Promontory National Park ist wirklich einen Besuch wert. Buschland, Regenwald und fantastische Küste und Strände bilden eine faszinierende Mischung.

Schon am Visitor’s Center werden wir von Horden schreiender Sittiche überfallen, und Kängurus und Wombats werden nicht nur vom Reiseführer versprochen – wir sehen sie tatsächlich. Weniger Glück haben wir mit Emus und Koalas, aber man kann ja nicht alles haben.

Auf einer kleinen Wanderung entlang der Küste geniessen wir die Sonne, die tollen Ausblicke, die Wellen des Pazifik und den feinen, weissen Sand an den Stränden. So lässt es sich aushalten!!!!!!!

04.05. – Die ersten Tage On the Road

Nach zwei Mammut-Tagestouren sind wir nun in der Naehe des Wilson Promontory National Parks, den wir morgen besuchen wollen. Von Sydney aus sind wir suedlich an der Kueste entlang gefahren.

Schon morgens auf dem Campingplatz sassen bunte Sittiche in den Baeumen, und an der Pebbly Beach bekamen wir die ersten Wallabies (eine kleine Kaenguru-Art) zu sehen. Die Tiere hatten nun gar keine Beruehrungsaengste! Neugierig kamen sie naeher, um meine neuen und darum noch leuchtend gelben Clogs zu untersuchen. Auch die Objektivtasche an meiner Kamera fanden sie sehr interssant.

Streckenweise hatten wir tolle Blicke auf die Pazifikkueste, ansonsten kamen wir durch Eukalyptus- und Akazienwaelder, durch Weinanbaugebiete und grosse Weideflaechen mit Rindern. Schafe, fuer die Australien ja eigentlich bekannt ist, gibt es hier nur wenige.

Nun sind wir aber erst einmal muede. Das Fahren hier ist nicht so entspannend wie z.B. in den USA. Die Strassen sind relativ eng und kurvenreich. Darueber hinaus ist es um 6.00 Uhr abends dunkel – und um 6.30 Uhr ist es stockdunkel. Daran muessen wir uns noch gewoehnen. Aber das sollte kein Problem sein – wir haben ja Urlaub!!!!!!!