19.10. Abschied von Südafrika

Und was ist nun das wahre Südafrika? Oder besser gefragt: Gibt es eine Klammer, die die unterschiedlichen Völker zum Staat Südafrika vereint? Und wenn ja: Was ist diese Klammer? Die verschiedenen Volksgruppen erscheinen so unterschiedlich, dass man sich nur schwer etwas Gemeinsames vorstellen kann. Noch nicht einmal die Sprache ist es – es gibt hier nicht nur eine, sondern insgesamt 11 Amtssprachen. Die Nationalhymne hat Verse in den fünf am meisten in Südafrika gesprochenen Sprachen, isiXhosa, isiZulu, Sesotho, Afrikaans und Englisch.

Es gibt wohl kein anderes Land vergleichbarer Größe, in dem so viele unterschiedliche Bevölkerungsgruppen zusammenleben. Dennoch ist Südafrika momentan wohl der stabilste Staat in Schwarzafrika.

Die Apartheid ist abgeschafft, aber es bedarf sicherlich noch großer Anstrengungen, um Gleichberechtigung durchzusetzen und zu leben.

Wir verlassen dieses Land voller Eindrücke. Wir haben viel erfahren über die wechselvolle Geschichte der Region. Wir haben beeindruckende Landschaften gesehen. Wir hatten berührende und ergreifende Begegnungen mit Tieren – ich hätte nie gedacht, wie atemberaubend es sein kann, z.B. eine Gepardin mit ihren Jungen in freier Natur zu beobachten oder einem Nashorn fast Auge in Auge gegenüber zu stehen.

Wir haben nette Leute kennengelernt, und wir hatten das Glück, in einer sehr angenehmen Gruppe mit einer tollen Reiseleiterin unterwegs zu sein.

Nkosi SikeleliAfrika!

 

18.10. Kapstadt

Wir fahren heute zunächst auf den Signal Hill, betrachten Kapstadt von oben und den Tafelberg aus einer neuen Perspektive.

Dann erkunden wir die Stadt zu Fuß. Unser Spaziergang beginnt in Bo-Kaap, im kapmalaiischen Viertel, in dem viele Muslime leben. Es gibt verschiedene Geschichten über die Entstehung der bunten Häuser hier. Eine besagt, dass die Menschen die Häuser zum Zeichen der Freude bunt angestrichen haben, als Mandela aus dem Gefängnis entlassen wurde. Nun sponsert eine große Farbenfirma die regelmäßigen Neuanstriche.

Weiter geht es durch die Longstreet mit ihren schönen viktorianischen Häusern …

 

… zum Company’s Garden – eine grüne Oase mitten in der Stadt. Hier ist der Sitz des Parlaments, und hier ist der Wohnsitz des Präsidenten, wenn er in Kapstadt ist …

… und hier untersuchen sehr zutrauliche Sqirrels gern die Tüten der Besucher.

Kenny wartet schon mit dem Auto und fährt uns nach Kirstenbosch, in den botanischen Garten, in dem man konzentriert die Flora von Südafrika anschauen kann. Insbesondere die Pflanzen des Fynbos, einer nur hier vorkommenden Vegetationsform, sind äußerst interessant. Die berühmteste Pflanze des Fynbos ist die Protea, die Nationalpflanze Südafrikas.

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Aber schöner war es natürlich, als wir sie außerhalb des Gartens gesehen haben.

Wir machen hier im Café auch unsere Mittagspause. Danach fahren wir zurück in die Stadt, und ausgehend vom MOCAA, dem Zeitz Museum of Contemporary African Art, gehen wir an die Waterfront. Hier tobt das Leben. Es gibt Kneipen und Restaurants, und überall wird Musik gemacht.

 

Auf dem Nobelsquare stehen überlebensgroße Statuen der südafrikanischen Friedensnobelpreisträger Albert John Luthuli, Nelson Mandela, Frederik de Klerk und Desmond Tutu.

Unser Abschlussabendessen auf dieser Reise haben wir im Marco‘s African Place. Es gibt Livemusik, und wir essen Impala, Kudu, Springbock und Strauß.

 

17.10. Der Tafelberg …

… übrigens einer der ältesten Berge der Welt, ist an vielen Tagen im Jahr wolkenverhangen – er trägt dann seine „Tischdecke“ – heute aber nicht 😎.

Entsprechend groß ist der Andrang an der Seilbahn, die uns hinauf bringt. Aber wir sind zeitig losgefahren, die Tickets sind vorgebucht, und schon mit der zweiten Gondel fahren wir nach oben. Die Kabine dreht sich, damit niemand beim Ausblick benachteiligt ist.

Oben gibt es einen Rundweg, von dem aus man Kapstadt aus vielen unterschiedlichen Perspektiven sehen kann.

 

Danach erkunden wir die südliche Cap Halbinsel. Der Chapman Peak Drive gilt als eine der atemberaubendsten Straßen der Welt. Er schlängelt sich zwischen Meer und Gipfel um den Berg herum. Die Ausblicke sind grandios.

In Simon‘s Town an der Boulder Beach hat sich eine kleine Kolonie von Brillenpinguinen angesiedelt, die sich offensichtlich durch die vielen Touristen nicht stören lässt.

In Simon’s Town machen wir am Hafen auch unsere Mittagspause mit Fish and Chips, und dann geht es weiter zum Kap, zunächst zum Cape Point.

Dort angekommen, fahren wir mit einer Standseilbahn hoch zum Leuchtturm (man hätte auch zu Fuß gehen können) und laufen von dort aus zum Cape of Good Hope, dem Kap der Guten Hoffnung. Immer wieder bleiben wir stehen, um die fantastische Aussicht zu genießen. Es ist einfach toll!!!

Am Wegesrand lungern ein paar Paviane herum und warten auf unachtsame Touristen, denen sie irgendetwas entwenden können.

Am Kap selbst ist dann so ein Andrang, dass uns leider kein Einzelfoto gelingt.

Wir bleiben an der Küste, zum Abendessen sind wir in Kalkbay. Unser Restaurant ist in die Brandung hinausgebaut – ein schöner Ausblick.

Und eine Robbe bewacht den Hafen in der Hoffnung, das etwas zu fressen für sie abfällt.

 

 

15.10. Oudtshoorn

Heute fahren wir die Garden Route entlang, machen einen kurzen Fotostopp am Kaaimans River Pass, …

und dann geht’s über George und die Kammanassieberge hinweg nach Oudtshoorn in der „Kleinen Karoo“, einem Teil der großen Halbwüste, die sich zwischen den Gebirgszügen von Johannesburg bis Kapstadt erstreckt.

Wir besichtigen die Cango Caves, Teil  eines riesigen Tropsteinhöhlenkomplexes, der hier Mitte des 18. Jahrhunderts gefunden worden ist. Er gehört zu den größten der Welt und ist immer noch nicht in seInem gesamten Ausdehnung entdeckt. Die bizarren Formen sind atemberaubend. Und die Akustik ist einzigartig, wie unsere Guide an zwei Stellen demonstriert. Sie löscht alle Lichter, und wir können uns im Stockdunkeln auf Amazing Grace und die südafrikanische Nationalhymne konzentrieren – richtig ergreifend!

Anschließend fahren wir zu einer Straußenfarm, wo wir den skurrilen Laufvögeln Aug in Aug gegenüber stehen. Zu nah sollte man nicht herangehen, sie picken gern nach allem, was glitzert. Und das „Picken“ ihrer kräftigen Schnäbel kann durchaus deutliche Verletzungen verursachen.

Um kurz nach vier sind wir am De Denne Guesthouse, wo wir heute übernachten.

14.10. Robberg Island

Morgens um sechs kann man noch einen wunderschönen Sonnenaufgang beobachten, aber schnell ziehen dunkle Wolken auf, und es ist unklar, ob unser Plan, Robberg Island zu umrunden umgesetzt werden kann. In einem Cafe warten wir die Wetterentwicklung ab, aber am späten Vormittag machen wir uns dann auf den Weg. Der Himmel bleibt bedeckt, aus den schwarzen Wolken rundherum zucken Blitze, und der Donner grollt.

Aber der Weg ist fantastisch.

Auf der Düne kann man sich entscheiden, ob man die gesamte Halbinsel umrunden möchte oder auf einem etwas kürzeren Weg zum Parkplatz zurückkehrt. Uns wird diese Entscheidung abgenommen. Die Blitze sind näher gekommen, und darüber hinaus sind wir auch schon ziemlich nass. Susanne bringt uns darum zu einer Hütte, in der wir uns einen Augenblick unterstellen können. Der Weg dorthin ist nicht ganz einfach, aber dank vieler helfender Hände schaffen wir den Abstieg dorthin alle unbeschadet. Wir hängen unsere Sachen zum Trocknen auf und picknicken erst einmal.

Langsam lässt der Regen nach, und die Wolkendecke reißt auf. Der Rest des Weges verläuft zunächst am Strand und dann oben auf den Klippen entlang – wunderschön!

Am Ende des Weges warten Sekt und Kuchen auf uns, wir haben einen weiteren Geburtstag zu feiern.

Zu Abend essen wir im Emily Moon, einem wunderschön gestalteten Restaurant mit sehr gutem Essen.

Einmal mehr ein toller Tag!

13.10. – Entlang der Sunshine Coast zur Plettenberg Bay

Heute verlassen wir endgültig den südafrikanischen Busch. Ein letzter Blick auf die Lodge, eine letzte Fahrt mit Branden im Landrover, …

… dann steigen wir um in „unseren“ Bus …

… und fahren nach Westen entlang der Sunshine Coast und der Garden Route zur Plettenberg Bay. In Kariega machen wir eine Pause für einen Strandspaziergang. Das ist richtig gut, haben wir doch heute die längste Tagesstrecke auf dieser Reise zu bewältigen.

Am Nanaga Farm Stall machen wir Mittagspause, und angekommen in Plettenberg Bay nehmen wir auch dankbar das Angebot an, am Strand zu warten, während Susanne und Kenny, unser Fahrer, schon einmal das Gepäck ins Hotel (Whalesong and Spa) fahren. Der Wind ist – gelinde gesagt – heftig, so dass wir den Großteil der Wartezeit dann doch lieber im Café verbringen 😉.

 

11.10. Fahrt zur Inkwenkwezi Lodge

Wir verlassen KwaZulu-Natal und fahren durch Transkei, dem Homeland der Xhosa. Transkei mit seiner Hauptstadt Mthatha ist ein fast rein schwarzafrikanisches Gebiet, man sieht hier keine Weißen. Hier ist auch die Heimat von Nelson Mandela.  Hier ist er aufgewachsen, hierher ist er nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis zurückgekehrt, und hier wurde er auch begraben.

Wir fahren durch viele belebte Orte und können aus dem Bus hinaus interessante Fotos machen …

… und Polizeikontrollen gibt es hier auch.

Es ist sicher nicht ganz in Ordnung, so einfach rechts und links zu fotografieren. Manchmal schäme ich mich ein wenig, hat man doch auch oft Menschen mit auf den Bildern, aber die Motive sind einfach zu interessant.

Insgesamt ist so ein reiner Fahrtag aber doch eher öde.

Gegen 15.00 Uhr sind wir an der Inkwenkwezi Lodge, unserem Quartier für die nächsten zwei Tage. Wir sind hier in festen Zelten untergebracht. Aber bevor wir sie beziehen, fahren wir noch an den Strand und lassen uns etwas durchpusten.

Interessant sind die Reste eines Wals, der vor längerer Zeit hier wohl gestrandet ist. Der Verwesungsprozess ist noch nicht ganz abgeschlossen, wie man gut riechen kann.

An der Rezeption der Lodge bekommen wir einen Begrüßungssekt und dann bringt Branden, unser Guide, uns mit seinem Landrover (nicht das allerneueste Modell, dafür aber absolut buschtauglich) zu unseren Zelten.

Es sind feste Zelte auf einem Holzdeck, sie liegen einzeln im Busch. Es ist traumhaft – und das Badezimmer ist einfach genial. Die Dusche ist ins Grüne hinausgebaut, man hat das Gefühl, unter freiem Himmel zu duschen. Ich befürchte nur, wir werden wegen der vielen Tierlaute heute Nacht kein Auge zutun können.

Abendessen gibt es im heimeligen Restaurant am Feuer. Branden steht draußen am Grill und behält das Lammfleisch im Auge.

Am Abend bringt er uns im Landrover „nach Hause“. Er meint, es sei zu gefährlich, die etwa 200 Meter durch den Busch zu unseren Zelten im Dunkeln zu laufen.