Nara

Nara war im 8. Jahrhundert die Hauptstadt Japans. Aus dieser Zeit stammen die meisten der großen Tempelanlagen. Nara gehört mit zu den bedeutendsten touristischen Zielen in Japan. Mehrere Tempel, Schreine und Ruinen in und um Nara sind Teil des UNESCO Weltkulturerbes.

Wir müssen mit dem Zug fahren, um dorthin zu kommen.

Vormittags besuchen wir den Horyuji Tempel, einen der ältesten in Japan. Er wurde von Prinz Shotoku gegründet, der den Buddhismus in Japan eingeführt haben soll. Die Haupthalle, die fünfstöckige Pagode und das Haupttor im Saiin Garan (westlicher Bezirk) der Tempelanlage stammen aus dem 7. Jahrhundert und sind damit die ältesten noch erhaltenen Holzbauwerke der Welt.

Die Sehenswürdigkeiten in Nara teilen wir mit vielen, vielen, vielen Schülerinnen und Schülern. Alle Schulen in Japan haben offensichtlich Exkursionswochen.

Ulrich kauft ein „Tempelbuch“. Man kann sich in jedem Tempel etwas hineinschreiben lassen.

Zum Mittagessen gibt es Nudeln, grünen Tee und Sesameis.

Der wohl berühmteste Tempel in Nara ist der Tōdai-ji mit der weltweit größten bronzenen Buddhastatue. Noch berühmter sind aber vielleicht die ca. 1200 Sika-Hirsche, die mehr oder weniger wild im Narapark leben und die Besucher belästigen. Das Wahrzeichen von Nara ist eine Comic-Hirschfigur.

Auch hier gibt es einen Eintrag ins Tempelbuch.

Und zum Abschluss des Tages schauen uns vom Kyototower aus die Stadt von oben an. Auf dem Foto sieht man links den Tempel, der gegenüber von unserem Hotel liegt.

 

 

Himeji

Es ist zwar schon ein paar Tage her, aber die Fotos von der weißen Burg in Himeiji will ich nicht vorenthalten.

Die Burg gilt als schönstes Beispiel japanischen Burgenbaus, 1993 wurde sie zusammen mit dem Tōdai-ji Tempel als erste japanische Sehenswürdigkeiten in das Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen.

 


Lunch im nahegelegenen Garten.

 

 

Kyoto

Am Sonntag sind wir in Kyoto angekommen.

Wir sind hier übrigens vorwiegend mit der Eisenbahn unterwegs, überwiegend mit dem Shinkansen, dem japanischen Hochgeschwindigkeitszug, aber auch mit Vorortzügen und Bussen.

In Kyoto haben wir die Chance, ein Stück des alten Japan kennenzulernen. Die Stadt wurde im zweiten Weltkrieg verschont, daher sind große Teile der Altstadt erhalten und mittlerweile auch restauriert. Hier liegt auch Gion, das Zentrum der Geisha-Kultur. Auf den Straßen ist davon leider nicht viel zu bemerken. Sie sind überfüllt von Touristen, von denen sich nicht wenige Geisha-Kostüme geliehen haben und damit durch die Straßen flanieren. Die echten Geishas scheuen gerade wegen dieser vielen Touristen, die stets ihre Kameras schussbereit haben, die öffentlichen Straßen.

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In Kyoto sind viele Tempel und Schreine angesiedelt, und wir können sehr eindrucksvoll sehen, wie Buddhismus und Shintoismus sich in einer sich gegenseitig akzeptierenden Symbiose zusammen entwickelt haben. In fast jedem buddhistischen Tempel befindet sich auch ein Shinto-Schrein, der die Tempelanlage schützt.

Wir spüren auch einen Hauch der spirituellen Atmosphäre, die die religiöse Einstellung der Japaner prägt. Tempel und Gärten laden ein zum Innehalten, zum Ruhen, zum Meditieren.

Auch wenn dies im modernen Japan nicht mehr vordergründig ist, so scheint es doch die Grundhaltung hier zu prägen. Wir erleben aufmerksame, zugewandte und freundliche Menschen.

Zurück in der Neuzeit haben wir unseren Lunch in einem Sushi-Lokal, in dem die Speisen auf einem Band an uns vorbeifahren. Man nimmt sich, was man möchte, bezahlt wird anhand der Anzahl der leeren Teller, die übrig bleiben. Teebeutel mit grünem Tee stehen bereit, das heiße Wasser zapft man aus einem Hahn am Tisch.

Gestern Abend haben wir übrigens das berühmte japanische Waygu-Rindfleisch gegessen.

Es ist sehr heiß hier, die Luftfeuchtigkeit ist ziemlich hoch, und das lange Umherlaufen ist anstrengend. Zurück im Hotel nutzen wir zum Entspannen daher das traditionelle japanische Bad. Nachdem man sich gereinigt hat, kann man im heißen Wasser entspannen, ordentlich getrennt nach Männern und Frauen.

Gegenüber von unserem Hotel …

… befindet sich ein großer buddhistischer Tempel, Higashi Honganji. Frühmorgens kann man dort der Dharma-Lesung zuhören.

 

 

Miyajima …

… ist eine kleine, Hiroshima vorgelagerte Insel. Sie galt bereits in frühhistorischer Zeit als heilige Insel. In der Vergangenheit durfte es hier weder Geburten noch Beerdigungen geben, da beides als Zustand der Unreinheit galt, und auch heute noch werden Tote von der Insel auf die Hauptinsel Honshū gebracht. 

Hauptattraktion dieser kleinen Insel ist der Itsukushima-Schrein, ein Shinto-Schrein ursprünglich aus dem 6. Jahrhundert. Seine heutige Form bekam er 1168. Die gesamte Anlage steht auf hölzernen Pfählen, und bei Flut scheint sie auf dem Wasser zu schwimmen.

Leider ist jetzt Ebbe 😕.

Der bekannteste Teil des Itsukushima-Schreins ist sein Tor, das zu den bekanntesten Ansichten Japans gehört, am eindrucksvollsten natürlich bei Flut, aber … siehe oben.

 

Berühmt-berüchtigt ist auch das auf der Insel wild lebende Rotwild. Die Tiere sind gar nicht scheu, und sie fressen alles, was sie erwischen können. Man sollte also tunlichst auf seine Sachen aufpassen.

Zu Mittag essen wir Okonimiyaki, spezielle Pfannkuchen mit Kohl und Ei, die auf einer heißen Platte zubereitet werden.

Sehr lecker!

 

Hiroshima

Hiroshima, eine Stadt, die vor fast 75 Jahren durch den Abwurf der ersten Atombombe völlig zerstört wurde, eine Stadt, die durch diesen Bombenabwurf insgesamt ca. 340.000 Opfer zu beklagen hat, strahlt heute wieder Optimismus aus und wirkt zukunftsorientiert. Die Stadt hat mit ihrer schrecklichen Vergangenheit abgeschlossen, aber nicht, weil sie die Vergangenheit vergessen hat, sondern weil sie diese sehr berührend und würdevoll als Mahnmal für die Zukunft bewahrt …

… das Gerippe der ehemaligen Industrie- und Handelskammer – der jetzt sogenannte Atombombendom – befand sich ganz nah am Hypozentrum, dem Punkt null, an dem die Atombombe am 06. August 1945 um 08.15 Uhr in ca. 600 Meter Höhe explodierte. Er gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO …

… genauso wie der Friedenspark, in dem mehrere Mahnmale an die Opfer erinnern, sei es Kenzo Tanges Zentotaph, in dem die Namen aller Opfer verzeichnet sind, …

… sei es die Friedensflamme, die erst dann erlöschen soll, wenn es keine Atomwaffen auf der Welt mehr gibt, …

… sei es die Friedensglocke oder der Hügel, der aus der Asche der unidentifizierten Opfer aufgeschüttet wurde … alles ist sehr berührend. Ganz besonders ans Herz geht aber das Kinder-Friedensdenkmal. Es zeigt ein Mädchen, das in ihren ausgestreckten Armen einen Kranich hält. Es geht zurück auf die Geschichte eines kleinen Mädchens, das in der Hoffnung auf Heilung 1000 Papierkraniche gefaltet hat. Das Mädchen wurde nicht geheilt, aber der Kranich wurde zum Symbol für Glück und ein langes Leben. Seitdem falten insbesondere Schulkinder in Japan Kraniche und legen sie im Rahmen einer ergreifenden Zeremonie beim Mahnmal ab. Wir konnten ihnen dabei zuschauen.

Auch wir haben mit mehr oder weniger Geschick Kraniche gefaltet und sie dort niedergelegt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das andere Hiroshima ist jung, modern, dynamisch mit dem Blick nach vorn.

Und trotzdem finden wir ein (zumindest in unseren Augen) ganz traditionelles Restaurant für das Abendessen. Wir müssen unsere Schuhe ausziehen, und wir müssen auch etwas klettern, um unsere Beine in der Vertiefung unter dem niedrigen Tisch unterzubringen … aber wenn man erst einmal sitzt, ist es ganz bequem.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zwischenstopp in Donghae/Südkorea

Die Fähre legt einen Zwischenstopp in Donghae in Südkorea ein, und wir haben ein paar Stunden Zeit, uns die Stadt anzuschauen. Fast scheitert dieses Vorhaben daran, dass wir den wartenden Taxifahrern nicht klarmachen können, dass wir in die Innenstadt wollen. Als wir schon fast resigniert wieder auf dem Weg zurück aufs Schiff sind, schaltet sich jemand ein, der ein paar Brocken englisch versteht, so dass es uns doch noch gelingt, in die Stadt zu kommen. Donghae entpuppt sich als richtige Großstadt und ist leider nicht das verträumte Fischerdorf, das wir uns erhofft hatten.

 

 

 

Impressionen vom Japanischen Meer

Die Überfahrt mit der Eastern Dream ist ruhig und entspannend (fast sogar langweilig 😉). Das Schiff ist kein Luxusliner, und der Komfort an Bord hält sich in Grenzen, aber das wussten wir ja auch schon vorher. Hier sind ein paar Eindrücke von der Fährfahrt: