Chicago kompakt in zwei Tagen

Ein absolutes Muss für uns ist die “Architecture Tour“ auf dem Chicago River. Sie wird begleitet vom Chicago Architecture Center, und wir sind begeistert über die vielen kompetenten Informationen, die man hier in anderthalb Stunden bekommt. Die Geschichte der modernen Chicagoer Architektur beginnt nach dem vernichtenden Feuer 1871 und ist heute noch lange nicht zu Ende. Bekannte Architekten wie Mies van der Rohe, Helmut Jahn, Frank Lloyd Wright und andere konnten sich hier mit wirklich eindrucksvollen Bauten verwirklichen.

Ein zweites Muss ist der Millennium Park mit dem Cloud Gate, der Big Bean, die einen zeitweise vergessen lässt, wo oben und unten ist.

Nichts deutet darauf hin, dass hier vor knapp einer Woche ein Jugendlicher während einer Rangelei von der Polizei erschossen wurde. Auch von der (damit im Zusammenhang stehenden?) Schießerei vor einem MacDonalds in der Innenstadt mit zwei Toten und sieben Verletzten bemerkt man nichts. Aber nicht umsonst gibt es wohl an vielen Einrichtungen Schilder, die das Mitbringen von Waffen verbieten. Al Capone lässt grüssen.

Hier findet man übrigens den Artikel in der Chicago Tribune zu den Vorgängen:

https://www.chicagotribune.com/news/criminal-justice/ct-downtown-gatherings-kids-response-20220522-hxpjfxuhfjgnheq6orxryutn4y-story.html

Den Jay Pritzker Pavillon, die Konzertmuschel mit ihrer futuristischen Edelstahlkonstruktion können wir heute leider nicht anschauen, dieser Teil des Parks ist wegen einer Veranstaltung gesperrt, …

…, aber am nächsten Tag ist er wieder zugänglich 😁.

Auch sehenswert ist die Crown Fountain, eine Brunnenanlage, die aus einem reflektierenden Boden aus schwarzem Granit besteht, der zwischen einem Paar von Glasbausteintürmen platziert ist. Die Türme sind 15,2 Meter hoch und verwenden Leuchtdioden, um digitale Videos von Gesichtern zu projizieren. Hierzu wurden Aufnahmen von über 1000 verschiedenen Chicagoer Bürgern verwendet. Aus den Mündern der projizierten Gesichter wird in regelmäßigen Abständen nach Art antiker Wasserspeier Wasser gespien.

Nach einer Mittagspause im Gage (sehr empfehlenswert) gehen wir weiter die Michigan Avenue entlang. Auf der Nordseite des Chicago Rivers wird sie zur Magnificent Mile, einer Shoppingmeile, auf der sich unter anderem auch die altehrwürdigen New Yorker Kaufhäuser wie z. B. Bloomingdales und Saks Fifth Avenue befinden.
Die Straße ist belebt, sie ist laut, sie ist aber nicht hektisch oder aggressiv (Von den Schießereien wissen wir hier noch nichts!) So genießen wir bei mittlerweile strahlendem Sonnenschein entspannt die Umgebung.

Am nächsten Tag regnet es, aber wir hatten sowieso einen Besuch im Art Institute of Chicago geplant.

Das Museum behauptet von sich selbst, eines der größten der Welt zu sein. Mit etwa 300.000 Werken aus 5 Jahrtausenden (die natürlich nicht alle gezeigt werden) ist es sicher nicht weit davon entfernt. Die Ausstellung ist thematisch geordnet in einem großen Komplex mit mehreren Gebäuden untergebracht, in denen man sich leicht verlaufen kann. Ich spreche aus Erfahrung 🥴.
Berühmt ist das Museum für seine Sammlungen von Impressionisten, Post-Impressionisten und der Amerikanischen Kunst, darunter unser Favorit: Edward Hoppers “Nighthawks“.

Es ist völlig überfordernd, die Ausstellung an einem Tag sehen zu wollen – es reicht sicherlich noch nicht einmal aus, um sich einen ordentlichen Überblick zu verschaffen. So “mäandern“ wir durch die Gebäude, Räume und verschiedenen Ebenen, finden einiges und verpassen anderes, wie z.B. das Selbstporträt von Vincent van Gogh.

Anschließend begeben wir uns wieder in die Tiefen des Alltags. Wir machen eine Fahrt mit der Chicago Elevated, der Hochbahn, die hier in Downtown verkehrt. Die Chicago-L verkehrt auf einer Trasse, die mitten über den Straßen verläuft, der älteste Streckenabschnitt wurde 1892 eingeweiht.

Unsere sehr späte Lunchpause machen wir heute in Miller‘s Pub, einem traditionsreichen Restaurant hier in Chicago, in dem auch schon Marilyn Monroe verkehrt hat. Bedient werden wir von Vicky, die sich als Volksdeutsche bezeichnet und uns Fotos von Kirchweih und anderen Festen zeigt, die die (ehemaligen) Deutschen hier zusammen feiern 😀.

Zum Abschluss des Tages fahren wir noch am Lake Michigan entlang.

Chicago – erste Eindrücke (25. Mai)

Die Skyline ist wirklich beeindruckend, genau wie der Ausblick aus unserem Zimmer im 25. Stockwerk.

Unser Hotel liegt direkt am Chicago River, und wir machen noch einen kleinen Rundgang auf dem Riverwalk, der sich vom Lake Michigan aus über mehrere Kilometer am Fluss entlang hinzieht.

Leider lässt ein sehr plötzlicher und heftiger Regenguss uns den Spaziergang früher als geplant beenden.

Und abends genießen wir noch einmal den Ausblick.

Wir bleiben drei Nächte hier, haben also an den beiden folgenden Tagen noch viel Zeit, die “Points of Interest“ zu erkunden.