Über den Gipfeln des Nebelwaldes

Um 8.00 Uhr geht es los, heute steht eine Wanderung über einen Baumwipfelpfad auf dem Plan. Der Skywalk im Sevaturapark verläuft auf einer Länge von ca. 3,5 km in den Gipfeln des Waldes. Wir haben viel Zeit, die unendlich vielen Pflanzen, aus denen der Regenwald besteht, anzuschauen – von der kaum einen Zentimeter großen Orchidee bis zu riesigen Bäumen bilden alle zusammen ein Biotop, das aus der Ferne wie eine einzige wogende grüne Masse aussieht.

Tiere bekommen wir nicht sehr viele zu Gesicht, mal abgesehen von einem Gürteltier und ein paar Nasenbären schon auf dem Parkplatz. Wir halten immer wieder Ausschau nach einem Quetzal, dem auffällig bunten Vogel, der hier ansässig ist – aber leider ohne Erfolg.

Auf der Fahrt zurück ins Hotel fahren wir noch zum Café Colibri am Haupteingang des Monteverde-Reservats. Hier hängen diverse Feeder für Kolibris, die tatsächlich stark frequentiert sind. Es ist immer wieder faszinierend, diese winzigen Vögel beim Trinken zu beobachten.

Das Santa Helena Reservat – Nebelwald zwischen Karibik und Pazifik

Der Rest der Anreise war glücklicherweise problemlos und angenehm.

Nach einer Übernachtung in San José, der Hauptstadt von Costa Rica, sind wir mittlerweile ein ganzes Stück weiter nördlich, in Monteverde. Nebelwald beherrscht hier die Gegend. Er entsteht im Gegensatz zu Regenwald nicht durch direkten Niederschlag, sondern durch Wasser, das aus den Wolken kondensiert, die von den Passatwinden aus der Karibik hierher getragen werden. Wir befinden uns hier im, das sich in Nord-Süd- Richtung durch Costa Rica zieht und die Wasserscheide zwischen der pazifischen und der karibischen Seite bildet.

Die Wanderung im Santa Elena Reservat, mit der wir uns diesen Nebelwald erschließen, ist – zumindest für uns – eine Herausforderung. Der Weg ist voller Wurzeln und sehr uneben, und dazu noch jetzt am Ende der Regenzeit völlig schlammig. Wir laufen etwa dreieinhalb Stunden und lernen in dieser Zeit außer der Bodenbeschaffenheit nichts kennen, weil den Blick keine Sekunde vom Weg wegnehmen kann. Aber eindrucksvoll ist es natürlich zu spüren wie nass alles ist (wir am Ende auch) ohne dass es tatsächlich regnet.