São Miguel – Vulkane und Brandung

Heute erkunden wir die Westseite der Insel und beginnen mit den Kraterseen im “Hochland“. Der Lagoa do Canário, unser erstes Ziel, liegt am Rande der Serra Devassa auf 745 m Höhe.
Für die Anfahrt suchen wir möglichst kleine Straßen aus.

Weiter geht es zur Sete Cidades. Das ist eine Caldera vulkanischen Ursprungs mit einem gleichnamigen See. Dieser teilt sich auf in zwei Teile, die durch einen schmalen Kanal verbunden sind. Der Vulkan war im Verlauf der letzten 5000 Jahre einer der aktivsten auf den Azoren.

Der gesamte Vulkankomplex ist 210.000 Jahre alt. Die Caldera wurde durch eine große Eruption der Stärke 5 vor 22.000 Jahren geschaffen, danach gab es mindestens zwanzig weitere Ausbrüche.

Man kann die Caldera auf einem Wanderweg auf dem Kraterrand umrunden, das ist sehr anstrengend und dauert viele Stunden. Man kann diesen Weg allerdings auch mit dem Auto fahren – wenn man das will. Vierradantrieb und eine etwas höhere Achse wären natürlich hilfreich gewesen, aber mit etwas Meckern ab und an schafft auch unser Auto die Strecke. Nur bei einer Steigung brauchen wir einen zweiten Anlauf 😉. Die Fahrt ist wunderschön und die Ausblicke faszinierend.

In Mosteiros sind wir wieder am Meer. Hier am westlichsten Punkt von São Miguel bestehen die “Strände“ aus schwarzem Lavagestein. Es gibt an mehreren Stellen sogenannte piscinas naturalis, Naturschwimmbecken, die teilweise von heißen Quellen erwärmt werden.
Die Westküste von São Miguel ist besonders der atlantischen Brandung ausgesetzt, was man auch heute deutlich spürt.

In Ponta Delgada nehmen wir im Café Central ein frühes Abendessen zu uns, …

… dann geht es zurück ins Hotel. Wir müssen die Koffer packen, morgen früh fliegen wir auf die nächste Insel, nach Pico. Unsere Reise heißt nicht umsonst “Inselhopping Azoren“

P.S. Der Kuh hat São Miguel besonders gut gefallen, weil es hier so viele Artgenossinnen gibt. Die sind über die ganze Insel verteilt und weiden teilweise abenteuerlich an den steilen Berghängen.

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São Miguel – erster Eindruck

Die Insel erschlägt uns förmlich mit ihrem überbordenden Grün. Die Pflanzen scheinen sich gegenseitig zu immer mehr Wachstum anzuregen, mancherorts sieht es aus wie in üppigen Regenwäldern, an anderen Stellen wie in fruchtbaren Gärten. Hier wachsen Palmen neben Baumfarnen, die Straßen sind gesäumt von Azaleen und Rhododendren (leider blühen derzeit nur erstere 😕), und überall wachsen Strelizien und Calla.

Bekannt sind die Azoren natürlich auch wegen ihrer Vulkane und vulkanischer Tätigkeiten an vielen Stellen. Wir haben uns das im Vale das Furnas angeschaut. Hier entspringen insgesamt 23 warme bis heiße Mineralquellen und Caldeiras genannte Fumarolen mit bis zu 98 Grad Wassertemperatur.

Und dann ist da natürlich auch noch das Meer, das an einem stürmischen Tag wie heute ganz besonders interessant ist.

Ach ja – Tee wird hier auch noch angebaut.